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Sicherheit & Betrug

E-Mail-Konto gehackt: Sofortmaßnahmen und Absicherung

Erst das Gerät prüfen, dann das Passwort ändern, danach nach versteckten Weiterleitungen suchen. Wege für Gmail, Outlook und andere Anbieter.

Von Vagner Soares · Geprüft von Vagner Soares · Aktualisiert · 3 Min. Lesezeit

Titelbild des Ratgebers: E-Mail-Konto gehackt: Sofortmaßnahmen und Absicherung

Wenn Ihr E-Mail-Konto gehackt wurde, gehen Sie in dieser Reihenfolge vor: Gerät mit aktueller Sicherheitssoftware prüfen, Passwort ändern (oder den Wiederherstellungsprozess des Anbieters nutzen), überall abmelden, Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten und dann nach Spuren suchen: Weiterleitungen, Filter, Wiederherstellungsdaten und verbundene Apps. Danach ändern Sie die Passwörter verknüpfter Konten und warnen Ihre Kontakte.

Woran Sie es erkennen

Die FTC empfiehlt, auch die Ordner „Gesendet“ und „Gelöscht“ auf fremde Aktivität zu prüfen.

Schritt 1: Gerät prüfen, Passwort ändern

  1. Sicherheitsupdates einspielen und einen vollständigen Virenscan durchführen. Schadsoftware könnte das neue Passwort sofort mitlesen.
  2. Das Passwort auf ein langes, einmaliges ändern. Wenn Sie dem Computer nicht trauen, nutzen Sie ein sauberes Gerät, etwa das Smartphone.
  3. Sind Sie ausgesperrt, nutzen Sie die Kontowiederherstellung des Anbieters und beantworten die Fragen so genau wie möglich.

Schritt 2: Abmelden und Zwei-Faktor aktivieren

Melden Sie alle Geräte ab (bei Google unter „Sicherheit“ > „Ihre Geräte“, bei Microsoft über die Kontosicherheit; die Menünamen ändern sich). Aktivieren Sie danach die Zwei-Faktor-Authentifizierung, am besten mit Passkey oder Authenticator-App. Eine Anleitung finden Sie in Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten.

Schritt 3: Spuren des Angreifers suchen

Was prüfenWarum
WeiterleitungenDer Angreifer liest weiter mit, selbst nach dem Passwortwechsel
Filter und RegelnSie können Sicherheitsmails automatisch löschen
Wiederherstellungs-E-Mail und TelefonnummerDamit holt er sich das Konto zurück
Verbundene Apps und ZugriffeAlte Freigaben bleiben oft bestehen
Signatur und AbwesenheitsnotizDort steht manchmal ein fremder Link

In Gmail finden Sie die Weiterleitung unter „Einstellungen“ > „Alle Einstellungen ansehen“ > „Weiterleitung und POP/IMAP“. In Outlook prüfen Sie Regeln und Weiterleitung in den E-Mail-Einstellungen. Bei anderen Anbietern hilft die Hilfeseite des Anbieters.

Schritt 4: Folgekonten sichern

Gehen Sie davon aus, dass Passwort-Zurücksetzen-Mails mitgelesen wurden. Ändern Sie als Erstes die Passwörter von Online-Banking, Zahlungsdiensten und Shops, danach von sozialen Netzwerken und Messengern. Prüfen Sie Kontoauszüge auf unbekannte Abbuchungen.

Schritt 5: Kontakte warnen und melden

Schreiben Sie Ihren Kontakten über einen anderen Kanal, dass von Ihrer Adresse Spam oder Betrug ausgegangen sein kann und sie keine Links öffnen sollen. Bei finanziellem Schaden erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Allgemeine Hinweise bieten das BSI und die Verbraucherzentralen.

Tipp: Verwenden Sie für jedes wichtige Konto ein eigenes Passwort. Ein Passwortmanager erleichtert das. Wie Sie Phishing erkennen, erklärt die FTC (englisch).

Häufige Fehler nach einem Hack

Vorbeugen

Nutzen Sie für jedes wichtige Konto ein eigenes, langes Passwort, aktivieren Sie 2FA und prüfen Sie einmal im Jahr Wiederherstellungs-E-Mail und Telefonnummer. Öffnen Sie keine Anmeldeseiten über Links in Nachrichten, sondern über das Lesezeichen oder die App.

Menünamen und Optionen unterscheiden sich je nach Modell, Softwareversion und Anbieter. Prüfen Sie die Hilfeseite des Herstellers für Ihr Gerät.

Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung. Bei Geldverlust oder Straftaten wenden Sie sich an Ihre Bank und die Polizei.

Häufige Fragen

Woran merke ich, dass mein E-Mail-Konto gehackt wurde?

Typische Zeichen sind fremde gesendete Mails, Warnungen über unbekannte Anmeldungen, geänderte Wiederherstellungsdaten, neue Weiterleitungen oder Filter und ein Passwort, das plötzlich nicht mehr funktioniert.

Reicht es, das Passwort zu ändern?

Nein. Prüfen Sie zusätzlich Weiterleitungen, Filter, Wiederherstellungsdaten und verbundene Apps, sonst behält der Angreifer unter Umständen den Zugriff.

Welche Konten sollte ich als Erstes sichern?

Zuerst Online-Banking und Zahlungsdienste, dann alle Konten, deren Passwort per E-Mail zurückgesetzt werden kann.

Sollte ich Anzeige erstatten?

Bei finanziellem Schaden, Identitätsmissbrauch oder Erpressung ja. Bewahren Sie Screenshots und Mails als Beleg auf.

Quellen: Google-Konto-Hilfe: Gehacktes oder manipuliertes Google-Konto schützen · Gmail-Hilfe: E-Mails automatisch weiterleiten · Microsoft Support (Englisch): Gehacktes Microsoft-Konto wiederherstellen · FTC (Englisch): Gehackte E-Mail oder Social-Media-Konten wiederherstellen · BSI · Verbraucherzentrale